23.6.05

"Go" or "No Go" - Entscheidungen im Grenzbereich

Eine der wichtigsten und oft schwerwiegendsten Entscheidungen in der allgemeinen Luftfahrt ist die Frage ob ein Flug unter gegebenen Bedingungen (Wetter, Luftfahrzeug, Ausrüstung, Qualifikation) angetreten werden soll oder nicht. Ich stand erst kürzlich vor einer derartigen Entscheidung vor einem IFR Flug. Dieser sollte mit 4 Personen von Graz nach Saarbrücken führen. Luftfahrzeug war eine Piper Turbo Arrow III mit sehr guter IFR Instrumentierung (Garmin GNS 155, Stormscope). Der Flugweg verlief über die Alpen, die Nullgradgrenze lag etwa bei 7.000 ft (erforderliche Mindestflughöhe etwa 9.000 ft), die Wolken reichten im Stau über den Alpen bis etwa 14.000 ft und in den Wolken herrschten mäßige Vereisungsbedingungen. An einen längeren Flug in den Wolken war aufgrund der sicheren Vereisungsbedingungen nicht zu denken. Das Flugzeug war voll beladen. Ich blieb etwa 3 Stunden am Boden, telefonierte mehrmals mit dem Metereologen bis sich eine Option bot: Die Wolkenobergrenze war auf etwa 10.000 bis 11.000 ft gesunken. Das war die Chance den Flug anzutreten. Sollte aber das mit der Wolkenobergrenze nicht zutreffen hätten wir über den Alpen ein ernstes Problem. Daher legte ich mir einen Plan B zurecht: Wenn ich die Höhe auf der Departure Route vor den Alpen nicht schaffen oder zuviel Eis zulegen würde -> umkehren und sinken. Wir schafften mit der Turbo Arrow trotz voller Beladung FL 120 - wow! Die vom Metereologen eingetretene Prognose der Wolkenobergrenze traf zu - der Flug verlief problemlos. Trotzdem war es gut einen Plan B vorbereitet zu haben.

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